Fenix ARB-L14-2200U im Test: 1,5V Li-Ion-Akku mit USB-C
Der Fenix ARB-L14-2200U ist ein wiederaufladbarer
1,5-Volt-Li-Ion-Akku im AA-Mignon-Format. Im Gegensatz
zu einer herkömmlichen 1,2-Volt-NiMH-Zelle hält die integrierte Elektronik
die Ausgangsspannung über einen großen Teil der Entladung nahezu konstant.
In unserem Praxistest wurde überprüft, welche Kapazität der Akku bei einer
moderaten Belastung von 0,5 A und bei einer deutlich höheren Belastung von
rund 2 A tatsächlich bereitstellen kann.
Zusätzlich wurden die Ausgangsspannung, die Laufzeit, die abgegebene Energie
und die Temperaturentwicklung gemessen. Der Test zeigt deutlich, wie sich
eine höhere Strombelastung auf die nutzbare Kapazität und die Erwärmung des
Fenix USB-C Akkus auswirkt.
Laden über den integrierten USB-C-Anschluss
Vor den Entladetests wurde der Akku direkt über seinen integrierten
USB-C-Ladeanschluss geladen. Dafür konnte ein gewöhnliches
USB-Netzteil verwendet werden, wie es beispielsweise auch zum Laden eines
Smartphones eingesetzt wird.
- Rote LED: Der Akku wird geladen
- Blaue LED: Der Ladevorgang ist abgeschlossen
- Ladeanschluss: USB-C direkt am Akku
- Zusätzliches Ladegerät: nicht zwingend erforderlich
Die farbige Ladeanzeige befindet sich im Bereich des Pluspols und ermöglicht
eine einfache Kontrolle des aktuellen Ladezustands während des Ladevorgangs.
Test 1: Entladung mit konstanten 0,5 A
Im ersten Durchlauf wurde der vollständig geladene
Fenix ARB-L14-2200U Akku mit 500 mA entladen. Bezogen auf
die Nennkapazität von 2200 mAh entspricht dies einer Belastung von ungefähr
0,23C. Diese Stromstärke ist typisch für kleinere LED-Leuchten, Messgeräte,
Funkgeräte, elektronische Steuerungen und andere Geräte mit mittlerem
Energiebedarf.
Messwerte bei 0,5 A
- Entladestrom: 0,500 A
- Testdauer: 15.595 Sekunden
- Laufzeit: 259 Minuten beziehungsweise 4 Stunden und 19 Minuten
- Gemessene Kapazität: 2185 mAh
- Erreichte Nennkapazität: ca. 99,3 Prozent
- Abgegebene Energie: 2,75 Wh
- Höchste gemessene Spannung: ca. 1,33 V (1,5 V Leerlauf-Startspannung)
- Durchschnittliche Spannung: 1,26 V
- Abschaltspannung: ca. 1,01 V
- Durchschnittstemperatur: 33,28 °C
- Maximaltemperatur: 34,30 °C
Mit einer gemessenen Kapazität von 2185 mAh erreicht der
Akku bei 0,5 A nahezu vollständig seine angegebene Nennkapazität von
2200 mAh. Die Abweichung beträgt lediglich 15 mAh beziehungsweise weniger
als ein Prozent. Damit liefert der Akku unter moderater Belastung ein sehr
gutes Kapazitätsergebnis.
Gleichzeitig blieb die Temperaturentwicklung unkritisch. Während des
Entladetests stieg die Zelltemperatur nur langsam an und erreichte maximal
34,3 °C. Die Elektronik hielt die Ausgangsspannung über einen langen Zeitraum
bei ungefähr 1,31 bis 1,32 V. Erst am Ende der nutzbaren Kapazität fiel die
Spannung abrupt auf rund 1,01 V ab.
Test 2: Entladung mit konstanten 2 A
Im zweiten Durchlauf wurde dieselbe Zelle mit durchschnittlich
1,993 A belastet. Das entspricht rund 0,91C und damit einer
fast viermal höheren Strombelastung als beim ersten Test. Diese Belastung
kann beispielsweise bei besonders leistungsstarken Taschenlampen, motorischen
Anwendungen oder Geräten mit hohem kurzfristigem Energiebedarf auftreten.
Messwerte bei rund 2 A
- Entladestrom: durchschnittlich 1,993 A
- Testdauer: 3525 Sekunden
- Laufzeit: 58 Minuten und 45 Sekunden
- Gemessene Kapazität: 1967 mAh
- Erreichte Nennkapazität: ca. 89,4 Prozent
- Abgegebene Energie: 2,37 Wh
- Höchste gemessene Spannung: 1,41 V (1,5V Leerlauf-Startspannung)
- Durchschnittliche Spannung: 1,21 V
- Abschaltspannung: ca. 0,97 V
- Durchschnittstemperatur: 41,71 °C
- Maximaltemperatur: 46,50 °C
Auch bei einer Belastung von etwa 2 A konnte der Akku noch
1967 mAh bereitstellen. Dies entspricht ungefähr
89,4 Prozent der angegebenen Kapazität. Gegenüber dem 0,5-A-Test wurden
218 mAh beziehungsweise rund zehn Prozent weniger Kapazität gemessen.
Die abgegebene Energie sank von 2,75 Wh auf 2,37 Wh. Das entspricht einem
Rückgang von rund 13,8 Prozent. Ursache hierfür sind unter anderem höhere
elektrische Verluste in der Zelle und in der integrierten Spannungsregelung.
Gleichzeitig lag die durchschnittliche Ausgangsspannung mit 1,21 V unter
dem Wert des 0,5-A-Tests.
Deutlich sichtbar ist die höhere thermische Belastung. Die maximale
Temperatur stieg auf 46,5 °C und lag damit 12,2 °C über dem Maximalwert
des 0,5-A-Tests. Der Akku kann die Belastung von rund 2 A grundsätzlich
bereitstellen, erwärmt sich dabei jedoch erheblich stärker.
Direkter Vergleich der beiden Entladetests
- Kapazität bei 0,5 A: 2185 mAh
- Kapazität bei 2 A: 1967 mAh
- Kapazitätsdifferenz: 218 mAh
- Energie bei 0,5 A: 2,75 Wh
- Energie bei 2 A: 2,37 Wh
- Maximaltemperatur bei 0,5 A: 34,3 °C
- Maximaltemperatur bei 2 A: 46,5 °C
- Temperaturdifferenz: 12,2 °C
Das beste Verhältnis aus nutzbarer Kapazität, Energieausbeute und geringer
Erwärmung erreichte der Fenix 1,5V Li-Ion-Akku bei einer
Belastung von 0,5 A. Unter dieser Bedingung wurde die Herstellerangabe von
2200 mAh praktisch vollständig erreicht.
Bei rund 2 A bleibt der Akku leistungsfähig, verliert jedoch ungefähr zehn
Prozent seiner nutzbaren Kapazität. Gleichzeitig steigt die Temperatur
deutlich an. Für dauerhaft hohe Ströme sollte deshalb darauf geachtet werden,
dass der Akku im Gerät nicht zusätzlich durch ein geschlossenes oder schlecht
belüftetes Gehäuse erwärmt wird.
Spannungsverlauf und elektronische Abschaltung
Charakteristisch für den ARB-L14-2200U ist der über lange Zeit nahezu
konstante Spannungsverlauf. Während gewöhnliche Alkaline- oder NiMH-Zellen
im Verlauf der Entladung kontinuierlich an Spannung verlieren, regelt die
integrierte Elektronik dieses Akkus die Ausgangsspannung aktiv.
Dadurch erhalten angeschlossene Geräte über den größten Teil der Laufzeit
eine vergleichsweise stabile Versorgungsspannung. Der verbleibende
Ladezustand lässt sich allerdings nur schwer anhand der Spannung erkennen,
da diese erst kurz vor dem vollständigen Abschalten deutlich einbricht.
Obwohl der Test ursprünglich mit einer Entladeschlussspannung von 0,9 V
geplant war, schaltete die integrierte Schutz- und Regelelektronik bereits
bei ungefähr 1,0 V ab. Beim 0,5-A-Test wurde eine Abschaltung bei rund
1,01 V beobachtet, beim 2-A-Test bei ungefähr 0,97 V. Diese Abschaltung
schützt die interne Lithium-Ionen-Zelle vor einer schädlichen Tiefentladung.
Fazit zum Fenix ARB-L14-2200U Test
Der Fenix ARB-L14-2200U USB-C Akku überzeugt insbesondere
bei mittleren Belastungen. Im Test mit 0,5 A wurden 2185 mAh und damit
rund 99,3 Prozent der angegebenen Nennkapazität erreicht. Die Temperatur
blieb dabei mit maximal 34,3 °C auf einem niedrigen Niveau.
Auch eine Belastung von rund 2 A wurde zuverlässig bewältigt. Mit 1967 mAh
stand weiterhin eine gute Kapazität zur Verfügung. Allerdings zeigte sich
bei dieser Belastung eine deutlich stärkere Erwärmung auf bis zu 46,5 °C
sowie eine reduzierte Energieausbeute.
Insgesamt eignet sich der Akku besonders für Geräte, die eine stabile
1,5-Volt-Spannungsversorgung benötigen. Der integrierte
USB-C-Ladeanschluss, die farbige Ladeanzeige und die nahezu konstante
Ausgangsspannung machen ihn zu einer komfortablen Alternative zu
Einwegbatterien und herkömmlichen 1,2-Volt-NiMH-Akkus.
FAQ zum Fenix ARB-L14-2200U
Erreicht der Fenix ARB-L14-2200U seine angegebene Kapazität?
Bei einer Belastung von 0,5 A wurden 2185 mAh gemessen. Damit erreicht der
Akku etwa 99,3 Prozent seiner angegebenen Kapazität von 2200 mAh.
Kann der Akku dauerhaft mit 2 A belastet werden?
Im Test konnte der Akku rund 2 A für fast 59 Minuten liefern. Dabei stieg
die Temperatur jedoch auf maximal 46,5 °C und die nutzbare Kapazität sank
auf 1967 mAh.
Warum fällt die Spannung am Ende so plötzlich ab?
Die integrierte Elektronik regelt die Ausgangsspannung über einen großen
Teil der Entladung. Wenn die interne Lithium-Ionen-Zelle entladen ist,
schaltet die Schutzschaltung den Ausgang bei ungefähr 1,0 V abrupt ab.